Wien (OTS) – Betroffen zeigt sich die Familiensprecherin der Grünen
Wien, Ursula
Berner, anlässlich der erneuten Übergriffe auf schutzbedürftige
Minderjährige in betreuten Wohneinrichtungen:„Es reicht nicht aus,
von Seiten der MA11 auf neue Skandale nur mit Betroffenheit zu
reagieren. Es muss endlich echte Maßnahmen zur Veränderung geben“. Um
potentielle Täter:innen frühzeitig abzuschrecken, braucht es einen
Safe Recruitment Prozess, wie es ihn etwa in Großbritannien schon
gibt. Dabei werden Angaben der Bewerber:innen konsequent geprüft und
ein Strafregisterauszug eingefordert, und damit ungeeignete
Bewerber:innen abgeschreckt. Außerdem dient eine strenge und
begleitete Einschulungszeit dazu, ungeeignetes Personal zu
identifizieren sowie bei ersten Anzeichen von Übergriffen zu
reagieren. Die Konsequenz muss sein, dass ungeeignetes Personal
abgelehnt wird.
„Es braucht ein aktives Kinderschutzkonzept, dass in den WGs und
Krisenzentren verankert und gelebt wird. Dazu braucht es definierte
Kinderschutzbeauftragte in jeder Einrichtung als Ansprechperson für
Personal und Kinder und Jugendliche. Als Grüne haben wir schon
mehrmals Anträge für die Umsetzung dieser Maßnahmen eingebracht“, so
Berner. Die aktuelle Novellierung des KJHG sieht stattdessen vor,
dass auch Personen ohne ausreichend Qualifikationen im
sozialpädagogischen Bereich als Betreuungspersonal aufgenommen
werden.
„Es ist dramatisches Versäumnis, dass in der vorliegenden
Gesetzesnovellierung wieder kein Safe Recruitment und kein
Kinderschutzbeauftragte/r verankert werden soll. Außerdem soll es
wieder kein Budget für die Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen in
den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe geben. Die
Stadtregierung muss endlich in Verantwortung gehen. Wien braucht eine
Kinder- und Jugendhilfe, die wirksam ist und Mut hat für echte
Reformen“, so Berner abschließend.