„Universum“ dokumentiert den Sommer auf der Erde

Wien (OTS) – Sommer – Zeit der Gegensätze. Während die Sonne am
Nordpol rund um
die Uhr scheint, erstarrt der Süden in Dunkelheit. Die ewige Reise
der Erde um die Sonne bestimmt alles Leben auf unserem Planeten. Auf
keinem anderen gibt es Jahreszeiten – sie sind eine Folge der
leichten Neigung der Erdachse. Die von Sam Hume gestaltete
„Universum“-Dokumentation „Ein Jahr auf unserer Erde – Sommer“ (ORF-
Bearbeitung: Birgit Skulski) begleitet am Dienstag, dem 2. Juni 2026,
um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON unterschiedlichste Tierfamilien
rund um den Erdball und schildert, wie sie den permanenten Wechsel
von Tageslängen und Wetterbedingungen zu meistern imstande sind. Der
Film entstand als Koproduktion von Plimsoll Productions im Auftrag
von ITV in Zusammenarbeit mit ARD und ORF.

„Sommer“ bedeutet weit mehr als die Gegensätze heiß und kalt. Er
sorgt in den Monaten Juni bis August dafür, dass die einen aus dem
Vollen schöpfen können, während die anderen an ihre körperlichen
Grenzen stoßen. Mitte Juni stehen die Wiesen in Kanadas Rocky
Mountains in voller Blüte. Doch auf 2.000 Metern Höhe sind die Sommer
kurz. Amerikanische Pfeifhasen – Verwandte des Kaninchens – halten
keinen Winterschlaf. Um in der kalten Jahreszeit nicht zu verhungern,
müssen sie vorsorgen. Bis zu 200-mal am Tag sprinten die kleinen
Nager zwischen Bergwiese und Bau hin und her. Doch nicht alle sind so
fleißig – manche plündern lieber die Vorräte des Nachbarn.

Wenn sich die Nordhalbkugel der Sonne zuneigt, lassen die langen,
hellen Tage die Natur florieren. Im Südwesten Chinas wächst der
Bambus – das größte Gras der Welt – bis zu 90 Zentimeter täglich. Die
beste Zeit des Jahres für den Großen Panda, der sich fast
ausschließlich davon ernährt. Doch Bambus ist äußerst nährstoffarm.
So muss das Pandaweibchen nahezu den ganzen Tag mit Fressen
verbringen. Ihr Junges erkundet unterdessen die Umgebung und wagt
sich etwas zu hoch hinaus.

Im Sommer erwärmt sich das Wasser auf der Nordhalbkugel und
verdunstet. Dort, wo die Sonne im Zenit steht, ist dieser Effekt so
stark, dass sich ein Regenband rund um den Globus bildet. In den
vergangenen sechs Monaten ist dieses Band mit der Sonne nach Norden
gezogen und löst in Afrika eine spektakuläre Massenwanderung aus:
Mehr als eine Million Gnus und Zebras folgt dem Austreiben der
Pflanzen. Ein drei Monate altes Zebrafohlen hat sein bisheriges Leben
ausschließlich auf Wanderschaft verbracht. Kurz vor dem Ziel, der
Masai Mara in Kenia, steht den riesigen Herden mit der Überquerung
des Flusses Mara der gefährlichste Teil ihrer Reise bevor. In der
reißenden Strömung lauern Krokodile – einige haben vor einem Jahr das
letzte Mal gefressen.

Im Norden Australiens hingegen herrscht Trockenzeit. Zudem
befeuert die Klimaerwärmung Buschbrände. Sie werden immer häufiger
und verheerender. Viele Pflanzen enthalten leicht entzündliche Öle,
die die Feuer weiter entfachen. Buschbrände können Temperaturen von
mehr als 1.000 Grad Celsius entwickeln und alles in ihrem Weg
zerstören. Um unter diesen extremen Bedingungen ein Auskommen zu
finden, haben die Tiere unterschiedlichste Strategien entwickelt. Der
Collettsittich zählt nicht nur zu den farbenprächtigsten Vögeln des
Outbacks, er ist auch einer der pfiffigsten. Ein Sittich-Pärchen hat
den idealen Ort gefunden, um der Hitze zu entfliehen: einen
Termitenbau. Die bis zu acht Meter hohen Gebilde verfügen über ein
ausgeklügeltes Belüftungssystem, das die Hitze draußen und
Feuchtigkeit im Inneren hält.

Auf der Marion-Insel zwischen Südafrika und der Antarktis erleben
Zehntausende Königspinguin-Küken ihre längste Nacht. Eines der Küken
wartet seit zwei Monaten auf die Rückkehr seiner Eltern und damit auf
die lebenswichtige Nahrung. Um in fischreiche Gewässer zu gelangen,
mussten sie weit hinausschwimmen. Die Familien seiner Altersgenossen
ringsum sind bereits wiedervereint. Der junge Pinguin sucht zwischen
den Neuankömmlingen nach seinen Eltern.

Ab der Sommersonnenwende am 21. Juni werden die Tage auf der
Nordhalbkugel nach und nach wieder kürzer. Schon wenige Wochen darauf
überquert die Sonne den Äquator und bescheint zum ersten Mal seit
einem halben Jahr die Südhalbkugel länger als die nördliche. Und
damit steht im Herbst, der nächsten Etappe auf der Reise der Erde um
die Sonne, allem Leben erneut große Veränderung bevor.