LH Mikl-Leitner eröffnete Rudolf-Buchbinder-Saal in Grafenegg

Grafenegg (OTS) – Mit einem feierlichen Festakt wurde am gestrigen
Freitagabend der
neue Rudolf-Buchbinder-Saal in der revitalisierten Reitschule
Grafenegg eröffnet. Der neue Kammermusiksaal verbindet historische
Bausubstanz mit moderner Architektur und höchster akustischer
Qualität.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner würdigte in ihrer Festrede
die Verdienste des Pianisten und langjährigen künstlerischen Leiters
Rudolf Buchbinder, Namensgeber für den neuen Saal. „Mit dem Rudolf-
Buchbinder-Saal eröffnen wir nicht nur einen neuen Konzertsaal,
sondern einen Ort der Begegnung, der Inspiration und der
musikalischen Exzellenz. Dieser Saal steht für die erfolgreiche
Entwicklung unseres Kulturlandes Niederösterreich und für den
Anspruch, Kunst und Kultur auch in Zukunft den Raum zu geben, den sie
verdienen“, betonte sie.

Rudolf Buchbinder habe zwei Jahrzehnte lang die künstlerische
Entwicklung Grafeneggs maßgeblich geprägt. Seine Weltkarriere, seine
Leidenschaft für die Musik und sein unermüdliches Engagement hätten
den Standort entscheidend mitgestaltet. „Die ganze Welt kennt Rudolf
Buchbinder als Ausnahmekünstler. Wir in Niederösterreich kennen und
schätzen ihn darüber hinaus als Wegbegleiter, Visionär und Freund
unseres Landes. Grafenegg trägt seine Handschrift. Dass dieser Saal
nun seinen Namen trägt, ist Ausdruck unserer tiefen Wertschätzung und
unseres Dankes für alles, was er unserem Land geschenkt hat“, sagte
Mikl-Leitner.

Die Landeshauptfrau erinnerte in ihrer Rede auch daran, dass
Buchbinder bereits 1985 sein erstes Konzert in der Reitschule
Grafenegg gegeben hatte. Fast genau vier Jahrzehnte später schließe
sich nun an diesem Ort ein besonderer Kreis. „Dieser Saal ist ein
Denkmal zu Lebzeiten, aber geschaffen hat Rudolf Buchbinder dieses
Denkmal selbst – mit seinem musikalischen Können, seiner Leidenschaft
für Grafenegg, seiner Verbundenheit zu Niederösterreich und seiner
außergewöhnlichen Persönlichkeit.“

Im Laufe seiner großen Karriere stand Buchbinder auf den
bedeutendsten Bühnen der Welt und konzertierte mit den
renommiertesten Orchestern in Metropolen wie New York, Buenos Aires,
Tokio, Peking, Mailand, Rom oder Zürich. Trotz seiner internationalen
Erfolge sei Grafenegg für ihn zu einer zweiten Heimat geworden,
unterstrich die Landeshauptfrau. Sein Engagement habe wesentlich dazu
beigetragen, den Standort zu einem der bedeutendsten Musikzentren
Europas zu entwickeln.

Sie erinnerte in ihrer Rede auch daran, dass sich
Niederösterreich in den letzten vier Jahrzehnten zu einem
selbstbewussten und international anerkannten Kulturland entwickelt
habe. Diese Entwicklung sei das Ergebnis einer klaren
kulturpolitischen Strategie, gezielter Investitionen und des Aufbaus
einer einzigartigen kulturellen Infrastruktur in allen Regionen des
Landes. Grafenegg nehme dabei eine besondere Rolle ein. „Kunst und
Kultur sind für uns kein Selbstzweck. Sie sind Ausdruck unserer
Identität, sie schaffen Lebensqualität, geben Orientierung und
stärken den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Gerade in einer
Zeit von Kriegen und Krisen braucht es deshalb ein klares Bekenntnis
zu Kunst und Kultur“, so Mikl-Leitner.

Eine besondere Rolle komme dabei Grafenegg zu, hob sie hervor.
Der Standort habe sich zu einem kulturellen Leuchtturm entwickelt,
der heute weit mehr als ein Festivalstandort sei. Grafenegg sei ein
kultureller Leuchtturm mit internationaler Strahlkraft, so Mikl-
Leitner. „Ein Ort, an dem sich Kultur, Natur und Architektur auf
einzigartige Weise verbinden, an dem kulturelle, wirtschaftliche und
touristische Impulse entstehen und an den Künstlerinnen und Künstler
von Weltklasse nach Niederösterreich kommen. Es ist ein Ort, von dem
wir mit Stolz sagen können: Alle ganz Großen waren da.“ Gleichzeitig
sei es ein Ort, an dem junge Talente wachsen können und an dem junge
Musikerinnen und Musiker aus 27 EU-Nationen im European Youth
Orchestra ihre künstlerische Heimat gefunden haben“, sagte Mikl-
Leitner.

Grafenegg-Geschäftsführerin Simone Bamberg sagte in ihrem
Eröffnungsstatement: „Dieser neue Konzertsaal ist ein Seelenkleid für
die Musik, ein Ort der Dialektik, des Erinnerns, ein Ort vergangener
Klänge, die wiederentstehen, und damit auch ein Ort der Zukunft.“ Der
Konzertsaal sei ein moderner Platz mit fantastischer Akustik, vor
allem für Kammermusik, so Bamberg. Man feiere aber nicht nur ein
architektonisches und kulturpolitisches Projekt, sondern auch eine
der größten Persönlichkeiten der Zeit: Rudolf Buchbinder. „Ohne Deine
künstlerische Vision und Deinen Einsatz wäre Grafenegg nicht denkbar.
Dank Dir ist es ein Ort der Tradition, der neuen Impulse, der
Inspiration und der künstlerischen Intelligenz“, betonte sie.

Rudolf Buchbinder, der gemeinsam mit dem Steude Quartett und
Camilla Nylund die Eröffnung musikalisch mit Stücken von Ludwig van
Beethoven, Richard Strauss, Franz Schubert und Antonin Dvorak
gestaltete, meinte: „Dass einem zu Lebzeiten ein Saal der Musik, ein
Ort der Begegnung und Zukunft geschenkt wird, lässt mich große Demut
und Dankbarkeit empfinden.“ Sein Dank ging an Landeshauptfrau Mikl-
Leitner: „In einer Zeit großer Herausforderungen ist es nicht
selbstverständlich, Kultur mit einer solchen Überzeugungskraft zu
fördern.“ Buchbinder dankte auch Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll,
„ohne dessen Mut und Unerschütterlichkeit es Grafenegg heute nicht
gäbe.“ Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Grafenegg,
„die nicht im Rampenlicht stehen, aber im Hintergrund mit
Herzlichkeit und Professionalität für eine Atmosphäre sorgen, die
Menschen aus aller Welt hierherzieht.“ Buchbinder abschließend:
„Dieser Saal ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Bekenntnis, dass
Musik Zukunft, Räume und Vertrauen braucht.“

Die historische Reitschule wurde zwischen Herbst 2024 und
Frühjahr 2026 umfassend modernisiert. Im Obergeschoss entstand der
Rudolf-Buchbinder-Saal mit bis zu 500 Plätzen. Das Erdgeschoss wurde
zu einem großzügigen Foyer- und Begegnungsbereich umgestaltet. Die
Gesamtinvestition beträgt rund 16 Millionen Euro und wurde gemeinsam
vom Land NÖ, dem Bund, der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft sowie
Sponsoren und privaten Förderern getragen.

Unter den Fest- und Ehrengästen war allen voran die Familie
Rudolf Buchbinders, Frau Agi, Tochter Susi und Sohn Michael,
Vertreter der hohen Geistlichkeit, u.a. der St. Pöltner
Diözesanbischof Alois Schwarz und Prälat Maximilian Fürnsinn, der die
Segnung vornahm, sowie namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus
Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik – unter anderem
Bundesinnenminister Gerhard Karner, Bundespräsident a. D. Heinz
Fischer, die Präsidentin der Salzburger Festspiele Kristina Hammer
sowie der Präsident des Fördervereins „Freunde der Salzburger
Festspiele“ Heinrich Spängler, der Generalintendant der Esterhazy
Privatstiftung Rico Gulda, NÖKU-Geschäftsführer Paul Gessl, der
Leiter der Abteilung Kunst und Kultur im Amt der NÖ Landesregierung
Hermann Dikowitsch, Dieter Pötsch, Aufsichtsratsvorsitzender der
Volkswagen AG, Generalanwalt des Raiffeisenverbandes Erwin Hameseder
und natürlich der „Hausherr“ von Grafenegg, Tassilo Metternich-
Sandor.