Wien (OTS) – – Ein durchschnittliches Eigenheim ist aktuell für zwei
Medianverdienende in 41 von 105 österreichischen Bezirken unleistbar,
in zwölf schwer finanzierbar
– Zinsrückgang hat die Lage leicht entschärft, Schere zwischen
Häuserpreisen und Einkommen hält Situation angespannt, auslaufendes
Wohnbaupaket belastet zusätzlich
– Zinskonditionen vergleichen ist Pflicht: fix verzinste Kredite mit
einem Finanzierungsvolumen von 350.000 Euro und 30-jähriger Laufzeit
können sich aufgrund aktueller Zinsspannen um 46.000 Euro
unterscheiden
Die KIM-Verordnung ist Geschichte und doch sind Banken bei der
Kreditvergabe dazu angehalten, die Tilgungsrate von 40 Prozent des
Nettoeinkommens nicht zu überschreiten. Das Tarifvergleichs- und
Wechselportal durchblicker hat sich in seiner aktuellen Ausgabe des
Immo-Leistbarkeitsindex‘ angesehen, welche Auswirkungen
Immobilienpreise, Einkommen und Zinskonditionen auf die Leistbarkeit
eines durchschnittlichen Eigenheims haben.(1) „Seit dem Zinsrückgang
hat sich die Lage wieder etwas entspannt“, weiß Simon Böchzelt,
Leiter Immobiliennanzierung bei durchblicker. „Aber vom
Vorkrisenniveau sind wir noch weit entfernt, was nicht nur an den
Nachwirkungen des Zinsschocks liegt, sondern auch an der
Preisentwicklung der Immobilien: Seit 2015 sind die Häuserpreise um
satte 68 Prozent gestiegen, die Median-Einkommen hingegen nur um 51
Prozent.“
Die monatliche Zinslast für Doppelverdienende mit Medianeinkommen
liegt mit einem derzeitigen Zinssatz von 3,72 Prozent in 52 von 105
ausgewerteten Bezirken unter der KIM-Grenze, 2023 war das bei einem
Zinssatz von 4,20 Prozent nur in 35 Bezirken der Fall. 2015 war das
Eigenheim noch in zwei Drittel aller Bezirke gut leistbar, wobei
Westösterreich und Ballungszentren für Durchschnittshaushalte schon
damals schwer finanzierbar waren.
Zwtl.: Westösterreich selbst für Besserverdienende kaum leistbar
Das „teuerste Pflaster“ ist neben Großstädten wie Wien, Graz und
Linz sowie deren Speckgürtel vor allem der Westen Österreichs.
Haushalte mit zwei Medianeinkommen müssten in Salzburg
durchschnittlich 66,5 Prozent ihres Nettoeinkommens zur Kredittilgung
aufwenden, in Vorarlberg 63,9 Prozent und in Tirol 62 Prozent. Selbst
für zwei Besserverdienende(2) ist das Eigenheim in 25 Bezirken
Österreichs unleistbar. „Wer die Immobilie nicht schon vererbt
bekommt oder Spitzenverdiener ist, hat in Großstädten sowie im Westen
schlechte Karten“, weiß Martin Zwickl, Chief Operations Officer von
durchblicker. Die beste Leistbarkeit ist im Bundesländervergleich im
Burgenland (23,8 Prozent), der Steiermark (29,3 %) und Kärnten (31,1
Prozent) gegeben. Allerdings oft mit großen Unterschieden zwischen
den einzelnen Bezirken, wie das Beispiel Niederösterreich zeigt:
Während man in Gmünd für den Kredit eines durchschnittlichen
Eigenheims nur knapp 16 Prozent des Haushaltsnettos(3) einkalkulieren
muss, liegt die Tilgungsrate in Mödling mit 57 Prozent weit über der
Leistbarkeitsgrenze.
Zwtl.: Zinskonditionen als wesentliche Stellschraube
Mit dem Auslaufen des Wohnbaupakets Ende Juni fallen ab Juli
wieder die vollen Kaufnebenkosten an. Für eine Muster-Immobilie im
Bezirk Steyr-Land erhöht sich damit die monatliche Kreditbelastung um
47 Euro, was sich über 30 Jahre auf knapp 17.000 Euro summiert. „Am
stärksten fallen jedoch die Zinskonditionen ins Gewicht“, weiß
Zwickl. „Deshalb ist es wichtig, nicht nur zu seiner Hausbank zu
gehen, sondern mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen.“ Dazu
ein aktuelles Beispiel: Bei einem Finanzierungsbetrag von 350.000
Euro erhalten Kreditnehmer:innen bei gleicher Bonität für dasselbe
Objekt bei Bank A 3,55 Prozent effektiv und bei Bank B 4,22 Prozent.(
4) Die monatliche Differenz beträgt 144 Euro, nach einer Laufzeit von
30 Jahren belaufen sich die Mehrkosten auf insgesamt 46.210 Euro. „Im
ersten Fall würde die Kreditbelastung bei 38,4 Prozent liegen, also
noch im leistbaren Bereich, im zweiten bereits bei 45 Prozent“, so
Zwickl. Immo-Experte Böchzelt rät zudem aufgrund der unsicheren
wirtschaftlichen und geopolitischen Lage zu einem fix verzinsten
Kredit: „Dieser gibt Planungssicherheit und schützt vor möglichen
Zinssprüngen, die sich enorm auf die Monatsrate und damit auf die
Leistbarkeit auswirken können.“
Pressefotos: https://durchblicker.at/presse-service
(1) Datenquellen: Statistik Austria, OeNB, WKO; Berechnung:
Monatliche Kreditrate basierend auf durchschnittliche Hauspreise nach
Bezirken mit den aktuellen Effektivzinssätzen laut OeNB und (Median)-
Einkommen in den Bundesländern.
(2) Einkommen im 3. Quartil laut WKO KV-Abschlüsse +3,5 %
(3) Gemessen an Doppelverdienenden mit Medianeinkommen
(4) Quelle: durchblicker.at/immobilienkredit
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