Wien (OTS) – Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, die
Klimaneutralität
2040 gesetzlich zu verankern. Wie fragwürdig die Grundlage dieser
Entscheidung ist, zeigt ausgerechnet eine Anfragebeantwortung von ÖVP
-Landwirtschafts- und Klimaminister Totschnig an FPÖ-
Nationalratsabgeordneten Paul Hammerl. Jahrelang war der Wald eine
tragende Säule der Klimarechnung, weil ihm große Mengen an
aufgenommenem CO₂ gutgeschrieben wurden. Nun bestätigt Totschnig
selbst, dass der Wald in einzelnen Jahren rechnerisch mehr CO₂ abgibt
als aufnimmt. Aus dem CO₂-Speicher wird plötzlich eine „CO₂-
Schleuder“.
„Spätestens daran sieht man, wie absurd dieses System aus CO₂-
Bilanzen und Zielpfaden geworden ist. Und genau jetzt will die
Bundesregierung auf dieser Grundlage das 2040-Ziel gesetzlich
zementieren und damit Kosten von bis zu 178,7 Milliarden Euro
verursachen“, kritisierten die FPÖ-Nationalratsabgeordneten Paul
Hammerl und FPÖ-Agrarsprecher NAbg. Peter Schmiedlechner.
Der Wald ist eine zentrale Größe der österreichischen
Klimabilanz. Wird ihm weniger CO₂-Speicherung angerechnet, müssen die
fehlenden Mengen anderswo eingespart werden. Das geht nur durch
zusätzliche Belastungen für Industrie, Verkehr, Heizen und
Landwirtschaft. Hammerl fragte Totschnig daher konkret nach den
zusätzlichen Kosten und Belastungen sowie nach einem Plan B. Die
Antwort: keine konkrete Zahl, kein Szenario und kein Plan B.
„Totschnig kann nicht sagen, was passiert, wenn eine zentrale
Säule der eigenen Klimarechnung wegbricht. Gleichzeitig stimmt er
einem Gesetz zu, das genau dieses Ziel festschreiben soll. Die
Regierung beschließt zuerst die Klimaneutralität 2040 und will erst
bis Ende 2027 erklären, wie sie überhaupt erreicht werden soll“, so
Hammerl.
Schmiedlechner verwies auf die tatsächlichen Herausforderungen
für die heimischen Wälder: „Unsere Waldbauern kämpfen mit
Trockenheit, Borkenkäfer, Unwettern und Schadholz. Sie brauchen
Unterstützung bei Wiederbewaldung und Waldpflege, aber keine
Klimabuchhaltung, die aus unserem Wald plötzlich einen politischen
Problemfall macht.“
Gleichzeitig stehe die Industrie bereits massiv unter Druck. Laut
WKO-Industrieradar 2026 nennt jeder vierte Industriebetrieb
Abwanderungen als mögliche Maßnahme innerhalb der kommenden 24
Monate. Rund 37.000 Industriearbeitsplätze seien bereits verloren
gegangen.
„Während Arbeitsplätze verschwinden und Betriebe über Abwanderung
nachdenken, einigt sich die Regierung auf einen bis zu 178,7
Milliarden Euro teuren Klimasonderweg. Das ist Gold-Plating auf
Kosten unseres Wirtschaftsstandortes, unserer Bauern, unserer Bürger
und der kommenden Generationen“, erklärte Hammerl.
Die Freiheitlichen fordern daher, die gesetzliche Verankerung der
Klimaneutralität 2040 fallen zu lassen und sich auf EU-Ebene für eine
Abkehr vom Klimaneutralitätsziel 2050 einzusetzen. „Wenn selbst der
Wald zur CO₂-Schleuder gerechnet wird und der Minister keinen Plan B
hat, darf man kein milliardenschweres Klimaziel blind gesetzlich
zementieren“, betonten Hammerl und Schmiedlechner abschließend.