Grüne Wien/Berner ad Sobieski-Denkmal-Debatte: Monumentale Heldendarstellung zementiert überholtes Geschichtsbild ein

Wien (OTS) – „Ein monumentales Heldendenkmal ist kein neutrales
Abbild von
Geschichte, sondern immer auch ein politisches Statement. 2026
sollten wir Geschichte differenziert erzählen“, sagt die Grüne
Kultursprecherin Ursula Berner anlässlich der von der ÖVP gestern
aufgestellten Karton-Statue des seit Jahren geplanten und
umstrittenen Sobieski-Denkmals. „Die Frage ist nicht, ob die
Ereignisse von 1683 historische Bedeutung haben – das bestreitet
niemand. Die Frage ist vielmehr: Welches Geschichtsbild wollen wir
heute im öffentlichen Raum sichtbar machen? Und welches
Gesellschaftsbild wollen wir damit vermitteln? Die Darstellung eines
Helden zu Pferd ist jedenfalls kein zeitgemäßes Erinnern“, so Berner
weiter.

Sobieski dient europaweit immer wieder als Projektionsfläche
nationalistischer und rechtsextremer Bewegungen. Auch in Österreich
greifen die Identitären gezielt auf Sobieski zurück. „Ein neues
Sobieski-Denkmal würde diese Missbrauchsdynamik weiter verstärken“,
so Berner.

Die österreichisch-polnische Exper:innengruppe hat ausdrücklich
empfohlen, von jeder Form der historisierenden Denkmäler Abstand zu
nehmen und stattdessen Friedens- und Allianzdenkmäler als Zeichen der
Völkerverständigung zu setzen. „Diese Empfehlung teilen wir zu
hundert Prozent“, so Berner. „Gerade angesichts des Rechtsrucks in
Europa und weltweit brauchen wir Erinnerungsorte, die Dialog,
Verständigung und die gemeinsame Zukunft betonen. Wir wollen ein
Wien, das seine Geschichte kennt – und aus ihr lernt. Ein Wien, das
Erinnerung nicht zur Ausgrenzung nutzt, sondern zur Verständigung“,
so Berner abschließend.