Wien (OTS) – Wie sicher ist Österreich mit Lebensmitteln versorgt,
wenn
Lieferketten ins Stocken geraten? Verteidigungsministerin Klaudia
Tanner spricht im Land-schafft-Leben-Podcast mit Host Hannes Royer
über den Erhalt der heimischen Landwirtschaft als Teil der
Krisenvorsorge. Das Bundesheer geht als größter öffentlicher
Essensbeschaffer mit gutem Beispiel voran: Zwischen 80 und 90 Prozent
der Lebensmittel werden aus Österreich bezogen.
Die Corona-Pandemie, Naturkatastrophen, Putins Angriffskrieg auf
die Ukraine oder der Nahostkonflikt haben gezeigt, wie schnell
internationale Lieferwege unter Druck geraten können. Was lange
selbstverständlich schien, ist damit wieder stärker ins Bewusstsein
gerückt: Ein Land muss sich auch in Krisenzeiten mit grundlegenden
Gütern versorgen können. In einer Sommerspecial-Episode des Podcasts
„Wer nichts weiß, muss alles essen“ betont Bundesministerin für
Landesverteidigung Klaudia Tanner , dass hier keinesfalls die
Lebensmittelversorgung vergessen werden darf: „ Wir stehen einigen
globalen Herausforderungen gegenüber und müssen daher eines machen:
nicht Angst verbreiten, sondern uns vorbereiten. Zur Sicherheit eines
Landes gehört nicht nur militärische Sicherheit, auch die
Lebensmittelversorgung ist ein zentrales Thema. “
Zwtl.: Heimische Landwirtschaft als Teil der Krisenvorsorge
Für Hannes Royer , Gründer von Land schafft Leben und Bio-
Bergbauer, ist klar: Versorgungssicherheit bedeutet, nicht erst im
Krisenfall ausreichend Lebensmittel zur Verfügung zu haben. Sie
beginnt lange davor: mit einer Landwirtschaft, die wirtschaftlich
bestehen kann, und mit Beschaffungsstrukturen, deren Fokus auf
heimischen Lebensmitteln liegt. „ Natürlich können wir Lebensmittel
billig aus dem Ausland beziehen. Aber dann muss uns bewusst sein,
dass immer mehr heimische Bauernhöfe zusperren müssen. Wir verlieren
Produktionskapazitäten, die sich nicht von heute auf morgen wieder
aufbauen lassen. In Krisensituationen kann das zum Problem werden,
denn dann ist es wesentlich schwieriger, Lebensmittel aus dem Ausland
zu beschaffen “ , so Royer .
Zwtl.: Bundesheer als Vorbild für regionale Lebensmittelbeschaffung
Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser oder
Universitäten können mit ihren Einkaufsentscheidungen dazu beitragen,
die heimische Lebensmittelproduktion zu erhalten. Das österreichische
Bundesheer ist hier bereits auf einem guten Weg: Mit rund sieben
Millionen ausgegebenen Essensportionen im Jahr ist es laut Tanner der
größte öffentliche Essensbeschaffer des Landes. Durchschnittlich 80
bis 90 Prozent der Lebensmittel, die in den Kasernen auf den Tellern
landen, kommen aus Österreich. Diesen Weg will die
Verteidigungsministerin weiterverfolgen und den Grad der regionalen
Produkte noch weiter anheben. „ Ziel ist es, so viel wie möglich an
österreichischen Produkten einzukaufen und so gewissermaßen
unabhängig zu sein “ , erklärt Klaudia Tanner .
Hannes Royer sieht das Bundesheer damit in einer Vorreiterrolle
und appelliert an den Staat, mehr Verantwortung zu nehmen: „ Wenn der
Staat hohe Standards für die heimische Landwirtschaft vorgibt, sollte
er auch in Österreich einkaufen und nicht im Ausland. Es ist paradox,
strenge Vorgaben zu machen und gleichzeitig aber dort einzukaufen, wo
es am billigsten ist. “
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