Tierschützerin beginnt in Graz 24 Stunden auf „Vollspaltenboden Neu“ für Schweine

Wien (OTS) – „Gruppenhaltung Neu“ statt Vollspaltenboden, und das
„bereits“ ab
2038, flöten Bundesregierung und Schweinebranche im Chor. Dass es
sich dabei um alles andere als ein Ende des Vollspaltenbodens
handelt, wird geflissentlich verschwiegen. Nur der Tierschutz klärt
auf. Der „neue“ Boden ist ein Vollspaltenboden wie eh und je und ist
vom bisherigen Vollspaltenboden nur bei genauerem Hinsehen zu
unterscheiden. Mit diesem „Firlefanz“ soll lediglich die Bevölkerung
verwirrt werden, weil man partout vom Vollspaltenboden nicht
abweichen will. Obwohl Schweden mit einem Verbot des
Vollspaltenbodens, einer verpflichtenden Stroheinstreu und 85 %
Selbstversorgung bei Schweinefleisch vormacht, wie es gehen könnte.

In Graz testet jetzt eine Tierschützerin die Behauptung der
Regierung. Sie verbringt 24 Stunden auf dieser neuen Version des
Vollspaltenbodens, bei der sich auf einem Drittel der Bodenfläche nur
die Hälfte der Spalten befinden, auf den restlichen zwei Drittel ist
alles beim Alten. Und der angebliche so große und relevante Zuwachs
an Platzangebot ist bei der Aktion jetzt in Graz ebenfalls
berücksichtigt: die Tierschützerin wird sich auf eine Fläche von 0,65
m² beschränken, was im neuen Standard ab 2038 für Schweine bis 85 kg
ausreichen muss.

Tierschützerin Vivienne dazu: „Ich erwarte mir von den 24 Stunden
auf dem Vollspaltenboden, dass es eine sehr anstrengende Zeit wird.
Als die Betonplatten am Boden ausgelegt wurden, war ich sehr erstaunt
darüber, wie wenig Platz mir – und damit auch 70% der Schweine in
österreichischen Mastbetrieben ab 2038 (!) – zur Verfügung stehen
wird. Bei der Protestaktion soll es aber vor allen Dingen nicht
vorrangig um mein Wohlbefinden gehen, sondern insbesondere darum, der
Bevölkerung zu zeigen, dass der Vollspaltenboden nach wie vor erlaubt
sein wird und die Änderung unserer Regierung im Tierschutzgesetz nur
eine Scheinverbesserung für die Schweine darstellt. Die Tiere werden
auch nach 2038 tagein, tagaus, völlig unverändert leiden. “

Pressefotos (Copyright: VGT.at)