Wien (OTS) – Im ORF-Korrespondentenmagazin „WeltWeit“ berichten am
Freitag, dem
19. September 2025, um 21.20 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON Karim El-
Gawhary, David Kriegleder und Nikolaus Wildner über „Nahost. Grenzen
der Berichterstattung“:
„Seit mehr als 35 Jahren berichte ich aus Kriegs- und
Krisengebieten“, sagt Karim El-Gawhary, ORF-Korrespondent im
arabischen Raum, „aber ich war noch nie aus einem Krieg ausgesperrt“.
Der Umstand, dass unabhängigen Journalistinnen und Journalisten der
Zugang zum Gazastreifen verwehrt wird, macht diesen Krieg auf
tragische Weise einzigartig. Die Weltöffentlichkeit ist auf lokale
Reporter:innen und Kameraleute angewiesen – wie auf den 28-jährigen
Abdel Khadr Hassouna, der seit eineinhalb Jahren mit Karim El-Gawhary
zusammenarbeitet und für diese Arbeit tagtäglich sein Leben riskiert.
Der Krieg ist abseits von Zerstörung und Tod am Boden ein Krieg der
Bilder und eine Propaganda-Schlacht geworden.
Das erlebt auch ORF-Israel-Korrespondent David Kriegleder. Tag
für Tag stößt er an journalistische Grenzen. Als sogenannter
„embedded journalist“ konnte er die israelische Armee bei einer
Presse-Tour nach Gaza begleiten. Doch nach nur zwei Kilometern und
einer knappen Stunde endete die Reise: „Die Eindrücke aus Gaza waren
sehr bescheiden. Palästinenser haben wir keinen einzigen zu Gesicht
bekommen“, resümiert Kriegleder am Ende. Für „WeltWeit“ spricht er
auch mit israelischen Journalisten und Bewohnern des Grenzgebiets zu
Gaza und bekommt so einen tieferen Einblick in den schwierigen Umgang
mit Information und Propaganda in Israel selbst.
An die Grenzen des Berichtens gelangt auch ORF-Korrespondent
Nikolaus Wildner, als er für seine „WeltWeit“-Reportage ins von
Israel besetzte Westjordanland fährt. Der Krieg in Gaza dominiert
seit fast zwei Jahren die Medien, was die Berichterstattung über das
Westjordanland in den Hintergrund gedrängt hat. Doch mehr denn je ist
die Region ein Pulverfass. „Wenn man den Checkpoint einmal passiert
hat, ist man als Reporter unterschiedlichen Gefahren ausgesetzt, es
hängt davon ab, ob man sich im arabischen Ramallah oder in den
Gebieten der radikalen israelischen Siedler aufhält“, sagt Wildner.
Und Gefahr für Medienvertreter geht im Westjordanland immer öfter
auch von israelischen Soldaten aus. Erst vor wenigen Tagen wurde ein
Team der „Deutschen Welle“ bei Dreharbeiten in Ramallah vom
israelischen Militär mit Waffen bedroht und gezielt mit Tränengas
beschossen – trotz klarer Kennzeichnung als Presse“, teilte der
deutsche Auslandssender mit.