Zum ORF-Schwerpunkt „250 Jahre USA“: „Universum History“-Zweiteiler über „Die Amerikanische Revolution“

Wien (OTS) – Nordamerika im 18. Jahrhundert: Die 13 britischen
Kolonien entwickeln
sich wirtschaftlich und politisch zunehmend eigenständig. Steuern und
Eingriffe aus London führen zu wachsendem Widerstand gegen die
britische Krone – aus Protest wird schließlich offene Rebellion. Teil
1 der zweiteiligen Dokumentation „Die Amerikanische Revolution“ von
Fanny Germain (ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann), die „Universum
History“ als ORF-Premiere am Freitag, dem 3. Juli 2026, um 22.35 Uhr
in ORF 2 und auf ORF ON im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts „250
Jahre USA“ (Details unter https://presse.ORF.at ) zeigt, erzählt von
den Anfängen der Amerikanischen Revolution bis hin zu ihrem ersten
Höhepunkt, als vor 250 Jahren im Juli 1776 die Kolonien ihre
Unabhängigkeit vom Mutterland England erklären. Teil 2 – „Eine
unvollendete Geschichte“ – folgt um 23.20 Uhr.

Die Amerikanische Revolution, Teil 1: Kampf um die Unabhängigkeit

Die Amerikanische Revolution zählt zu den folgenreichsten
Ereignissen der Neuzeit. In den 13 britischen Kolonien an der
Ostküste Nordamerikas wird in den Jahren vor 1776 eine Bewegung immer
stärker, die das Verhältnis zwischen Kolonien und Mutterland bald
grundlegend in Frage stellt. Der Streit um Steuern, Abgaben und
Zölle, um politische Mitbestimmung und die Rechte der Menschen in den
Kolonien führt in Amerika zu wachsendem Widerstand gegen die Politik
Londons. Die Dokumentation beschreibt den Weg von den frühen
Protesten gegen den ungeliebten „Stamp Act“ über das „Massaker von
Boston“ und die „Boston Tea Party“ bis hin zu den ersten Gefechten
des Unabhängigkeitskriegs. Am 4. Juli 1776 verabschiedet der von den
Kolonien eingerichtete Kontinentalkongress schließlich die
Unabhängigkeitserklärung. Sie gilt als Gründungsurkunde der
Vereinigten Staaten von Amerika. Im Mittelpunkt der Dokumentation
stehen dabei nicht nur prominente Persönlichkeiten wie George
Washington, sondern auch weniger bekannte Akteurinnen und Akteure —
unter ihnen viele, die erst wenige Jahre zuvor in die Kolonien
gekommen waren. Ihre Geschichten eröffnen neue Perspektiven auf die
Amerikanische Revolution und verdeutlichen, wie eng die Entwicklungen
in Nordamerika mit Europa verbunden sind.

Unter den Menschen, die im 18. Jahrhundert nach Nordamerika
ausgewandert sind, sind viele Iren, die vor Armut und einer
politischen Ordnung fliehen, die insbesondere Katholiken
benachteiligt. Sie hoffen auf bessere wirtschaftliche Chancen und
größere Freiheiten. Aus dem irischen Cork kommt etwa auch Stephen
Moylan nach Philadelphia. Er wird zum engen Vertrauten George
Washingtons und hält 1776 in einem Brief erstmals den Namen jener
Nation fest, zu der die Kolonien erst werden sollten. „Hier zeigt
sich, welche Rolle Moylan, ein Einwanderer aus Cork, in den
politischen Entwicklungen der Zeit spielte“, sagt die Historikerin
Victoria Pearson. Er habe ausgedrückt, wie Washington und der
Kontinentalkongress sich zunehmend selbst sahen.

Anhand von Interviews mit Expertinnen und Experten, Aufnahmen an
Originalschauplätzen sowie detailreiche Spielszenen verbindet die
Dokumentation die politische Geschichte der USA mit den persönlichen
Lebenswegen der verschiedenen Protagonistinnen und Protagonisten. So
entsteht ein differenziertes Bild der Revolution, das über die
bekannten Gründungsmythen, die in den Vereinigten Staaten alljährlich
gefeiert und beschworen werden, hinausgeht und die Entstehung des
Landes in ihrem historischen Zusammenhang verständlich macht.

Die Amerikanische Revolution, Teil 2: Eine unvollendete
Geschichte

Vor 250 Jahren, im Juli 1776, erklären 13 britischen Kolonien in
Nordamerika ihre Unabhängigkeit. Es ist die Geburtsstunde der
„Vereinigten Staaten von Amerika“. Doch damit ist die Zukunft der
jungen Nation noch lange nicht entschieden. Die britische Krone
antwortet mit militärischer Gewalt. Ein Krieg nimmt seinen Lauf,
dessen Ausgang lange ungewiss bleibt. Teil 2 des „Universum History“-
Zweiteilers „Die Amerikanische Revolution“ beschreibt um 23.20 Uhr
die entscheidenden Jahre des Unabhängigkeitskriegs. Er blickt aber
auch auf die Widersprüche einer Revolution, die Freiheit als Ideal
verklärt, das längst nicht allen Menschen gleichermaßen zugestanden
wird.

Nach der Unabhängigkeitserklärung beginnt die schwierigste Phase
der Amerikanischen Revolution: Großbritannien will seine
nordamerikanischen Kolonien nicht in die Unabhängigkeit entlassen.
Jenseits des Atlantiks glauben viele, die rebellischen Kolonien
wieder unter Kontrolle bringen zu können. Der Unabhängigkeitskrieg
nimmt seinen Lauf. Zunächst erringen die britischen Truppen Erfolge
und drängen George Washingtons Kontinentalarmee zurück. Mehrfach
scheint das Scheitern der Revolution nur noch eine Frage der Zeit zu
sein – Washington selbst zweifelt am Sieg. Die Dokumentation folgt
den wichtigsten Ereignissen des Krieges und schildert etwa die Kämpfe
um New York und Washingtons Rückzug bis hin zu den entscheidenden
Wendepunkten bei Trenton, Saratoga und Yorktown. Dabei zeigt sich
auch, dass der Krieg weit mehr ist als ein Konflikt zwischen
Amerikanern und Briten. Deutsche Hilfstruppen der britischen Armee,
die sogenannten „Hessen“, prägen den Verlauf der Ereignisse ebenso
wie die französischen Verbündeten, die schließlich an der Seite der
Amerikaner kämpfen. Thematisiert wird aber auch einer der
grundlegenden Widersprüche der Amerikanischen Revolution. Während die
Kontinentalarmee für Freiheit und politische Selbstbestimmung kämpf,
bleiben Hunderttausende Menschen versklavt. Wenige Amerikaner halten
dagegen, die Folgen prägen das Land bis heute.

Der Film wirft außerdem einen Blick auf die heute oft einseitig
wahrgenommene Rolle der Frauen während der Amerikanischen Revolution.
„Man stellt sie sich nur beim Nähen oder Kochen vor“, sagt die
Historikerin Jennifer Janofsky. Unter den wenigen Akteurinnen findet
sich u. a. die Geschichte von Margaret Corbin. Wie viele Frauen
begleitet sie die Kontinentalarmee, in der ihr Mann für die
Unabhängigkeit kämpft. Bei der Verteidigung von Fort Washington fällt
John Corbin, seine Frau tritt an seine Stelle. Sie feuert mit einer
Kanone auf die angreifenden Truppen. Sie sei die erste Frau, der eine
Militärpension gewährt werde, so Janofsky.

Archäologische Funde und Bilder historischer Schauplätze werden
in der Dokumentation kombiniert mit detailreichen Spielszenen, die
die Wirren des Unabhängigkeitskrieges nachzeichnen. Mit Hilfe von
Expertinnen und Experten ordnet die Dokumentation die einzelnen
Ereignisse in einen größeren Zusammenhang ein. Sie beschreibt die
Amerikanische Revolution nicht nur als Geschichte eines militärischen
Sieges, sondern auch als Beginn eines politischen Experiments, dessen
Ideen und Widersprüche bis in die Gegenwart nachwirken.